Millionenrenovierung: Berggasthof Streichen öffnet am 27. Juni
Oberhalb von Schleching im Chiemgau steht einer der ältesten Berggasthöfe Oberbayerns kurz vor der Wiedereröffnung. Am 27. Juni 2026 öffnet der Berggasthof Streichen nach fast sechsjähriger Pause erstmals wieder für Gäste. Die Sanierung hat eine höhere einstellige Millionensumme gekostet. Verantwortliche sprechen davon, den Kostenplan eingehalten zu haben.
Fast 600 Jahre Geschichte auf dem Spiel
Der Berggasthof Streichen gehört zu den traditionsreichsten Gasthäusern in Oberbayern. Das Gebäude ist fast 600 Jahre alt. Lange stand es leer und verfiel. Ohne Eingriff wäre das historische Ensemble verloren gegangen.
Die Stiftung Kulturerbe Bayern übernahm die Verantwortung für das Projekt. Der Streichen ist eines von aktuell fünf Projekten der Stiftung. Ende Juli 2023 fiel der Spatenstich. Seitdem haben Handwerker das Gebäude Schritt für Schritt erneuert.
Am 28. Juli 2025 fand das Richtfest statt. Dieser Termin markierte einen wichtigen Meilenstein der mehrjährigen Bauphase. Monate später waren die Arbeiten abgeschlossen.
Sanierung mit Sorgfalt und besonderen Funden
Die Renovierung war aufwendig. Bei den Arbeiten kamen besondere Funde zutage. Über deren genaue Natur berichten Beteiligte mit Blick auf die historische Substanz des Gebäudes. Die Holzfassade am Giebel war eines der prägenden Elemente, das die Handwerker behutsam behandelten.
Das Ziel war klar: alter Charme, neues Konzept. Der Gasthof sollte seinen ursprünglichen Charakter behalten. Gleichzeitig sollte er modernen Anforderungen an Gastronomie und Betrieb gerecht werden.
Weihenstephaner Weißbier als Statement
Auch beim Thema Bier haben die Verantwortlichen eine klare Entscheidung getroffen. Der Berggasthof Streichen setzt auf Weißbier der Staatsbrauerei Weihenstephan. Diese Wahl unterstreicht den Anspruch an Regionalität und Qualität.
Eröffnung mit Prominenz und Spendern
Die Wiedereröffnung am 27. Juni beginnt nicht mit dem normalen Publikum. Zunächst sind 180 geladene Gäste angekündigt. Am darauffolgenden Tag folgen rund 150 weitere Gäste, darunter Mitglieder und Spender der Stiftung Kulturerbe Bayern.
Diese beiden Tage gelten als Härtetest für Küche, Service und die gesamte Infrastruktur des sanierten Hauses. Erst danach öffnet der Gasthof regulär für alle Wanderer und Besucher.
Neue Pächter übernehmen den Betrieb
Für den laufenden Betrieb hat die Stiftung neue Pächter gefunden. Details zu deren Konzept wurden im Vorfeld kommuniziert. Der Wanderweg zum Gasthof ist ebenfalls Teil des Gesamtkonzepts rund um den Streichen.
Signal für den ländlichen Tourismus im Chiemgau
Die Wiedereröffnung des Berggasthofs Streichen ist mehr als ein lokales Ereignis. Sie zeigt, dass historische Gasthäuser in alpiner Lage wirtschaftlich betrieben werden können. Voraussetzung ist allerdings erheblicher finanzieller Einsatz und ein verlässlicher Träger.
Für die Region Schleching und den Chiemgau bedeutet die Rückkehr des Streichen einen konkreten Gewinn. Wanderer und Tagestouristen haben wieder ein Ziel mit Geschichte und Aussicht.
Fazit
Der Berggasthof Streichen kehrt zurück. Nach fast sechs Jahren, Millionenkosten und engagierter Denkmalpflege öffnet das fast 600 Jahre alte Haus am 27. Juni 2026 wieder. Die Stiftung Kulturerbe Bayern hat bewiesen, dass solche Projekte möglich sind. Ob das Konzept dauerhaft trägt, wird der Betrieb zeigen.



