München: Rekord bei Rückholung zweckentfremdeter Wohnungen
München setzt seinen Kampf gegen Zweckentfremdung von Wohnraum fort und erzielt dabei einen neuen Höchststand. Im Jahr 2025 hat die Landeshauptstadt insgesamt 507 Wohnungen wieder dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt. Das sind mehr als je zuvor. Die betroffenen Wohnungen standen leer oder wurden als Ferienwohnung beziehungsweise für gewerbliche Zwecke genutzt.
Mehr als 30.000 Quadratmeter Wohnfläche gesichert
Über 30.000 Quadratmeter Wohnfläche hat die Stadt durch ihre Kontrollmaßnahmen zurückgewonnen. Zum Vergleich: Müsste München diese Fläche selbst neu bauen, würden Kosten von rund 200 Millionen Euro anfallen. Das zeigt, welchen wirtschaftlichen Wert die Zweckentfremdungsbekämpfung hat.
Bereits im Jahr 2023 hatte das Sozialreferat ähnliche Zahlen vorgelegt. Damals wurden 465 Wohnungen zurückgeholt. Die kalkulierten Baukosten für ein vergleichbares Neubauvolumen lagen bei 192 Millionen Euro. Die aktuellen Zahlen für 2025 übertreffen diesen Rekord deutlich.
Airbnb und Leerstand als Hauptprobleme
Zweckentfremdung tritt in München vor allem in zwei Formen auf. Erstens: Wohnungen werden dauerhaft über Plattformen wie Airbnb als Ferienwohnungen vermietet. Zweitens: Wohnungen stehen länger als drei Monate leer, ohne dass ein legitimer Grund vorliegt.
Beides ist in München verboten. Die Stadt verfolgt Verstöße aktiv. Wer seine Wohnung länger als drei Monate ohne Genehmigung zweckentfremdet, riskiert empfindliche Strafen. Die Landeshauptstadt hat 2025 rund eine Million Euro durch Zwangs- und Bußgelder eingenommen.
Kontrollen und Konsequenzen
Das Sozialreferat ist für die Verfolgung von Zweckentfremdung zuständig. Es überprüft Hinweise aus der Bevölkerung und geht Verdachtsfällen nach. Wer eine Wohnung illegal als Ferienwohnung anbietet, muss mit Bußgeldern rechnen. Zusätzlich wird die Wohnung zur Wohnnutzung zurückgezwungen.
Die Einnahmen aus Zwangs- und Bußgeldern fließen in den städtischen Haushalt. Sie sind ein Nebenprodukt der Kontrolltätigkeit, nicht deren Ziel. Im Vordergrund steht die Rückgewinnung von Wohnraum für den regulären Mietmarkt.
Wohnungsnot bleibt das strukturelle Problem
München gehört zu den teuersten Wohnungsmärkten in Deutschland. Der Leerstand ist gering, die Nachfrage hoch. Jede zweckentfremdete Wohnung fehlt dem Markt direkt. Für viele Suchende bedeutet das: längere Suche, höhere Kosten.
Die Stadt setzt deshalb auf mehrere Instrumente gleichzeitig. Neben der Zweckentfremdungsbekämpfung laufen kommunale Bauprogramme und Belegungsbindungen für geförderten Wohnraum. Die zurückgeholten Wohnungen aus Zweckentfremdungsverfahren sind dabei kein Ersatz für Neubau, aber ein messbarer Beitrag zur Entspannung des Markts.
Problem Ferienwohnungen bleibt akut
Trotz der Rekordwerte bleibt die illegale Kurzzeitvermietung ein anhaltendes Problem. Plattformen wie Airbnb machen es Eigentümern einfach, ihre Wohnungen kurzfristig zu vermieten. Die Einnahmen sind oft attraktiver als ein reguläres Mietverhältnis. Für die Stadtbehörden bedeutet das: dauerhafter Kontrollaufwand.
München verfügt seit Jahren über eine eigene Satzung zur Zweckentfremdung. Sie erlaubt der Stadt, gegen illegale Nutzungen vorzugehen und Bußgelder zu verhängen. Die Satzung gilt als eines der schärfsten Instrumente dieser Art in Bayern.
Fazit
507 zurückgeholte Wohnungen sind ein klares Signal. München zeigt, dass konsequente Kontrolle wirkt. Die Stadt spart dabei nicht nur Baukosten in dreistelliger Millionenhöhe. Sie schafft direkt verwertbaren Wohnraum für Menschen, die ihn dringend benötigen. Der Kampf gegen Zweckentfremdung bleibt dennoch eine Daueraufgabe. Solange die Rendite einer Ferienwohnung die einer regulären Vermietung übersteigt, wird der Anreiz zur illegalen Nutzung bestehen bleiben.