Politik

München streicht 300 Parkplätze in der Altstadt

München ordnet seine Innenstadt neu. Der Stadtrat hat das Konzept „Altstadt für alle“ beschlossen. Es ist der größte Umbau der Münchner Innenstadt seit Eröffnung der Fußgängerzone. Die östliche Altstadt steht dabei im Mittelpunkt der Planungen.

Drastische Reduzierung der Parkplätze

Derzeit gibt es in der östlichen Altstadt rund 500 Parkplätze. Das städtische Referat hält künftig 210 Parkplätze für ausreichend. Diese sollen ausschließlich Anwohnern vorbehalten sein. Besucher und Touristen sollen ihr Fahrzeug in umliegenden Parkhäusern abstellen.

Das bedeutet: Mehr als 290 Parkplätze fallen weg. Die freiwerdenden Flächen sollen anders genutzt werden. Geplant sind mehr Raum für Fußgänger, neue Bäume und Grünflächen sowie Stellflächen für Handwerker und Lieferdienste.

Verkehr soll neu gelenkt werden

Ein zentrales Ziel des Konzepts ist die Reduzierung des Parksuchverkehrs. Wer kein Ziel in der Altstadt hat, soll die engen Gassen künftig nicht mehr durchqueren dürfen. Fahren und Parken soll nicht mehr allen überall erlaubt sein.

Ergänzend plant die Stadt ein digitales Leitsystem. Es soll Autofahrer frühzeitig zu freien Parkhäusern führen. So soll der Verkehr auf den engen Altstadtstraßen spürbar abnehmen.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer

Die gewonnenen Flächen kommen vor allem Fußgängern und Radfahrern zugute. Breitere Gehwege und neue Querungsmöglichkeiten sind vorgesehen. Auch Außengastronomie und begrünte Aufenthaltsbereiche sollen entstehen.

Bäume spielen in den Plänen eine wichtige Rolle. Die Stadt will die Altstadt klimaresilienter machen. Mehr Grün soll die Aufenthaltsqualität verbessern und die Hitze in den Sommermonaten mindern.

Politischer Streit um das Konzept

Im Stadtrat gab es Gegenwind. Die CSU stimmte gegen das Konzept. Sie kritisierte, dass noch zu viele Fragen offen seien. Ein CSU-Vertreter sprach davon, das Konzept diene nur dazu, Parkplätze zu streichen.

Die Befürworter verweisen auf eine umfangreiche Bürgerbeteiligung im Vorfeld. Anwohner, Gewerbetreibende und weitere Interessengruppen wurden in den Planungsprozess einbezogen. Die Mehrheit im Stadtrat folgte schließlich dem Konzept der Verwaltung.

Handwerk und Gewerbe berücksichtigt

Kritiker befürchten Nachteile für Handwerker und den stationären Handel. Die Planer betonen, dass Lieferzonen und Kurzparkplätze für Gewerbetreibende erhalten bleiben. Spezielle Stellflächen für Handwerkerfahrzeuge sind ausdrücklich vorgesehen.

Wie die genaue Aufteilung dieser Flächen aussieht, muss in weiteren Planungsschritten konkretisiert werden. Die Umsetzung des Konzepts wird schrittweise erfolgen.

Fazit: Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte

München vollzieht mit diesem Beschluss eine klare Kehrtwende in der Verkehrspolitik. Die Altstadt soll vom Durchgangsverkehr befreit und als Lebensraum aufgewertet werden. Die Reduzierung von 500 auf 210 Parkplätze ist das deutlichste Signal dieses Wandels. Ob das Konzept in der Praxis funktioniert, wird sich bei der schrittweisen Umsetzung zeigen.

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