Münchner Start-up erreicht Orbit: Spectrum-Rakete im zweiten Anlauf
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Isar Aerospace hat Geschichte geschrieben. Am 5. September 2026 um 20:12 Uhr UTC hob die Trägerrakete Spectrum vom Startplatz Andøya Spaceport im norwegischen Nordland ab. Die Mission trägt den Namen „Onward and Upward“. Sie brachte fünf Cubesats sowie ein nicht trennbares Experiment in den sonnensynchronen Orbit.
Zweiter Versuch, besseres Ergebnis
Beim ersten Startversuch scheiterte die Spectrum-Rakete nach rund 30 Sekunden. Sie stürzte ins Meer. Das Münchner Unternehmen analysierte die Anomalien und bereitete einen zweiten Flug vor. Das Startfenster für die aktuelle Mission war vom 4. bis 11. September 2026 geplant. Der Start gelang am 5. September.
Die Nutzlast stammt aus dem ESA-Programm „Boost!“. Dieses Programm fördert kommerzielle Raketenstarts europäischer Unternehmen. Isar Aerospace gehört zu den geförderten Unternehmen dieses Konzepts.
Europas erste Orbitalrakete vom eigenen Boden
Der Start von Andøya ist ein Meilenstein: Erstmals brachte eine europäische Privatrakete eine Nutzlast von europäischem Boden in den Orbit. Bislang war Europa bei Orbitalstarts auf externe Standorte angewiesen. Andøya liegt in der Nähe des Polarkreises, was die Lage für sonnensynchrone Umlaufbahnen geeignet macht.
Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat seinen Sitz in Ottobrunn bei München. Die Spectrum-Rakete soll künftig kommerziell Satelliten in den Orbit transportieren.
Wetterrisiken und Vorbereitung
Vor dem Start war das Wetter ein kritischer Faktor. Blitzeinschläge im Umkreis von zehn Seemeilen, starke Höhenwinde und dichte Wolkenschichten hätten den Start verhindern können. Auch die Sicht an den Notlandestandorten musste ausreichend sein. Das Wetterfenster am 5. September erwies sich als günstig.
Was der Start für die Branche bedeutet
Deutschland und Europa wollen unabhängiger im Weltraumsektor werden. Günstige und zuverlässige Starts für Kleinsatelliten sind dafür nötig. Isar Aerospace positioniert sich in diesem Markt direkt gegen Anbieter wie Rocket Lab aus Neuseeland.
Die Spectrum-Rakete ist für kleine und mittlere Nutzlasten konzipiert. Nach dem Ausfall der Vega-C-Rakete und dem Ende von Ariane 5 fehlte Europa eine verlässliche Option für kleinere Satelliten. Spectrum soll diese Lücke schließen.
Technologietest für den nächsten Entwicklungsschritt
Der Flug transportierte die fünf Cubesats und soll Technologiedaten für die Weiterentwicklung der Rakete liefern. Isar Aerospace bezeichnet den Flug als Testflug. Die gewonnenen Daten sollen in den nächsten Entwicklungszyklus der Spectrum-Rakete einfließen.
Fazit
Der zweite Flug der Spectrum-Rakete zeigt, dass ein privates Start-up aus Bayern Satelliten in den Orbit bringen kann. Für Isar Aerospace und die europäische Raumfahrt ist das ein konkreter Fortschritt. Europa arbeitet daran, wirtschaftlich unabhängiger im Weltraum zu werden. Der zweite Schritt ist gelungen.


