MVG streicht Buslinien: Sparpaket trifft Münchner ÖPNV
Die Münchner Verkehrsgesellschaft steht unter Druck. Ein Sparpaket von 14 Millionen Euro zwingt die MVG zu spürbaren Einschnitten im Busnetz. Liniennummern werden geändert, Routen verkürzt. Für viele Fahrgäste bedeutet das längere Wege und weniger Komfort.
Steigende Kosten, unsichere Einnahmen
Die Ursachen der Finanzlücke sind vielfältig. Personal, Energie und Infrastrukturausbau kosten die MVG deutlich mehr als geplant. Gleichzeitig bleiben die Einnahmen hinter den Erwartungen zurück. Ein Grund dafür ist die Einführung des Deutschlandtickets. Das bundesweite Angebot brachte zwar mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen. Die Erstattungsregelungen zwischen Bund, Ländern und Verkehrsbetrieben sorgen jedoch für finanzielle Unsicherheit bei den Unternehmen.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte die MVG mit Engpässen zu kämpfen. Laut einer Stellungnahme zum Anpassungsprogramm 2026 ist das Fahrplanangebot gegenüber 2019 durch Personalmangel deutlich reduziert. Die Situation hat sich seither nicht grundlegend verbessert.
Busnetz wird umgebaut
Die Sparmaßnahmen treffen vor allem das Busnetz. Die MVG reformiert die Linienstruktur mit neuen Nummern und kürzeren Strecken. Welche Linien konkret betroffen sind, kommuniziert die MVG schrittweise. Für Fahrgäste bedeutet das Orientierungsaufwand und in manchen Fällen längere Umsteigewege.
Parallel plant die MVG für das Leistungsprogramm 2027 weitere Einsparungen durch Fahrplanstreichungen. Berechnungen zufolge könnten damit ganzjährig rund 16 Millionen Euro eingespart werden. Der Sparkurs ist also keine kurzfristige Reaktion, sondern Bestandteil einer mittelfristigen Strategie.
Neue Nacht-U-Bahn als positives Signal
Nicht alle Nachrichten aus dem MVG-Netz sind negativ. Seit dem 3. Januar fährt in München eine neue Nacht-U-Bahn. Fahrgäste sollen damit besser durch die Nacht kommen. Das Angebot ist eine Ergänzung zum bestehenden Nachtbusverkehr.
Auch bei der Elektromobilität setzt die MVG Zeichen. Die Stadtwerke München haben den 100. Elektrobus in Betrieb genommen. Nach einer Sicherheitsüberprüfung infolge eines Batterie-Brands in Stuttgart dürfen auch die E-Busse mit Feststoffbatterie wieder regulär fahren. Eine Überhitzungsgefahr wurde für die Münchner Fahrzeuge ausgeschlossen.
Kritik und Herausforderungen für die Stadt
Die Fahrplankürzungen stoßen auf Kritik. Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, spürt die Einschnitte direkt. Gerade in Stadtteilen ohne U-Bahn-Anschluss sind Busverbindungen oft die einzige Alternative zum Auto.
München wächst weiter. Die Nachfrage nach öffentlichem Nahverkehr steigt. Sparmaßnahmen bei der MVG laufen diesem Bedarf entgegen. Stadtplaner und Verkehrsexperten fordern seit Jahren eine verlässlichere Finanzierung des ÖPNV. Der aktuelle Sparkurs zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen.
Die MVG steht vor einem strukturellen Dilemma: Sie soll mehr leisten, hat aber weniger Geld zur Verfügung. Ohne zusätzliche Mittel von Stadt, Freistaat oder Bund dürfte sich daran wenig ändern.
Fazit
Das 14-Millionen-Euro-Sparpaket der MVG ist ein deutliches Signal. Münchens öffentlicher Nahverkehr steckt in einer Finanzierungskrise. Kürzere Busrouten und neue Liniennummern sind kurzfristige Antworten auf ein langfristiges Problem. Ohne strukturelle Lösung bei der Finanzierung werden die Einschnitte für die Fahrgäste nicht kleiner werden.