Energiewirtschaft

Niederaichbach: Vom AKW-Standort zum KI- und Speicherzentrum

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Niederaichbach im Landkreis Landshut bekommt eine neue wirtschaftliche Perspektive. Das Münchner Investment-Unternehmen Advisum plant auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks einen Batteriegroßspeicher und ein Rechenzentrum für künstliche Intelligenz. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger bezeichnete das Vorhaben als Zukunftsprojekt.

Vom Atomstrom zur Energiespeicherung

Das Kernkraftwerk Isar II wurde 2023 endgültig abgeschaltet. Seitdem sucht die Gemeinde Niederaichbach nach neuen wirtschaftlichen Ankerpunkten. Die Pläne von Advisum sollen diese Lücke füllen. Der Standort bringe laut Aiwanger die nötige Infrastruktur bereits mit.

Niederbayern gilt als eine der sonnenreichsten Regionen Bayerns. An strahlungsstarken Tagen produzieren Photovoltaikanlagen mehr Strom, als das Netz aufnehmen kann. Genau hier setzt der geplante Batteriegroßspeicher an. Er soll überschüssige Energie zwischenspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.

Aiwanger machte deutlich, dass der Ausbau erneuerbarer Energien und der Aufbau von Speicherkapazitäten zusammengehören. Wer Erneuerbare ausbaue, müsse Speicher und Netze mitdenken. Batteriegroßspeicher seien ein zentraler Baustein der Energiewende im Freistaat.

KI-Rechenzentrum als zweites Standbein

Neben dem Batteriespeicher sieht das Projekt ein Rechenzentrum für KI-Anwendungen vor. Rechenzentren benötigen stabile und große Mengen an elektrischer Energie. Ein direkt angebundener Batteriespeicher kann die Versorgungssicherheit erhöhen. Aus Sicht der Planer ergibt sich daraus ein wirtschaftlicher Synergieeffekt.

Der frühere AKW-Standort hat dafür günstige Voraussetzungen. Die vorhandenen Netzanschlüsse und die technische Infrastruktur aus der Zeit des Kernkraftwerks lassen sich teilweise weiternutzen. Das senkt den Aufwand für den Aufbau neuer Kapazitäten.

Advisum als Projektträger

Hinter den Plänen steht Advisum, ein Investment-Unternehmen mit Sitz in München. Details zur geplanten Kapazität des Speichers oder zum Zeitplan für den Bau sind bislang nicht offiziell veröffentlicht. Auch zur geplanten Größe des Rechenzentrums liegen keine bestätigten Zahlen vor.

Energiepolitischer Rahmen in Bayern

Bayern verfolgt den weiteren Ausbau der Solarenergie. Niederbayern nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Viele Gemeinden und Landwirte haben in den vergangenen Jahren Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichtet. Das Stromnetz stößt an Sonnentagen regional an seine Grenzen.

Batteriegroßspeicher gelten als eine der derzeit praktikabelsten Lösungen für dieses Problem. Sie können innerhalb von Millisekunden Strom aufnehmen oder abgeben. Das stabilisiert das Netz und verhindert Abschaltungen von Solaranlagen bei Überproduktion.

Strukturwandel in der Energieregion

Für Niederaichbach bedeutet das Projekt mehr als Energiepolitik. Die Gemeinde verlor mit dem Ende der Kernkraft einen wichtigen Arbeitgeber und Steuerzahler. Neue Ansiedlungen können helfen, diese Verluste langfristig auszugleichen. Wie viele Arbeitsplätze das Advisum-Projekt konkret schaffen würde, ist noch nicht bekannt.

Fazit

Der einstige AKW-Standort Niederaichbach steht exemplarisch für den Strukturwandel in der deutschen Energiewirtschaft. Das geplante Projekt verbindet Speicherkapazität für erneuerbare Energien mit Rechenleistung für KI-Anwendungen. Ob und wann gebaut wird, hängt von weiteren Planungs- und Genehmigungsschritten ab.

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