
Ökumenischer Valentinstagsgottesdienst in Freising segnet Paare unterschiedlicher Orientierungen
Am 14. Februar 2026 fand in der Freisinger Kirche St. Lantpert ein besonderer ökumenischer Gottesdienst zum Valentinstag statt, der sich durch seine inklusive Ausrichtung auszeichnete. Unter dem Motto „Alle Menschen brauchen Liebe“ versammelten sich rund hundert Gläubige, um gemeinsam die Liebe zu feiern und den Segen Gottes zu empfangen. Besonders hervorzuheben war die Offenheit des Gottesdienstes gegenüber allen Formen der Liebe, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Ökumenische Zusammenarbeit und Gottesdienstgestaltung
Gemeinsame Vorbereitung und Durchführung
Der Gottesdienst wurde von einer ökumenischen Gruppe gestaltet, bestehend aus Dekanatsreferentin Theresa Reischl, Diakon Thomas Kirchmeier, Pfarrerin Manuela Urbansky und der Prädikantin Brigitta Sutor. Diese Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Kirche spiegelte den integrativen Ansatz des Gottesdienstes wider. Die Gottesdienstgestaltung beinhaltete moderne Musik und interaktive Stationen, die den Teilnehmenden Raum zur persönlichen Reflexion und Vertiefung ihrer Beziehungen boten.
Interaktive Stationen zur Vertiefung der Beziehung
In der Kirche waren sechs Stationen aufgebaut, die den Paaren verschiedene Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit ihrer Beziehung boten. Eine Station beinhaltete zahlreiche Windlichter, die symbolisch für die Wärme und das Licht der Liebe standen. An einer anderen Station konnten Paare Scherben als Symbol für Konflikte in ihrer Beziehung ablegen, um diese loszulassen und Platz für Versöhnung zu schaffen. Diese kreativen Elemente förderten die aktive Teilnahme und das gemeinsame Erleben der Liebe.
Segnung der Paare und inklusive Haltung
Offenheit gegenüber allen Formen der Liebe
Ein zentraler Bestandteil des Gottesdienstes war die Segnung der Paare. Diakon Thomas Kirchmeier betonte die inklusive Haltung der Kirche, indem er erklärte: „Damit haben wir alle kein Problem, es sind Liebende.“ Diese Aussage unterstrich die Bereitschaft der Kirche, allen Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, den Segen Gottes zuzusprechen. Diese Offenheit steht im Einklang mit der Haltung vieler Kirchen, die zunehmend Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare anbieten.
Reaktionen der Teilnehmenden
Die Atmosphäre während der Segnung war von tiefer Emotionalität geprägt. Viele Paare nutzten die Gelegenheit, um ihre Liebe zueinander zu erneuern und unter den Segen Gottes zu stellen. Einige Paare, die bereits lange zusammen waren, berichteten von der Bedeutung solcher Segensfeiern für die Stärkung ihrer Beziehung. Die Teilnehmenden äußerten sich positiv über die inklusive Ausrichtung des Gottesdienstes und fühlten sich in ihrer Liebe anerkannt und unterstützt.
Kirchliche Haltung zu Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare
Unterschiedliche Positionen innerhalb der Kirche
Die Haltung der Kirche zu Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare variiert je nach Region und Konfession. Einige Bistümer und Gemeinden bieten solche Segensfeiern an, während andere zurückhaltender sind. Diese unterschiedlichen Positionen spiegeln die laufenden Diskussionen innerhalb der Kirche über die Anerkennung und Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wider.
Beispiele aus anderen Gemeinden
In anderen Teilen Deutschlands finden ähnliche Segensfeiern statt. So wurde beispielsweise in der Erzdiözese Wien ein Gottesdienst angeboten, bei dem Liebende, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, gesegnet wurden. Solche Veranstaltungen zeigen die wachsende Bereitschaft vieler Kirchen, allen Formen der Liebe ihren Segen zu erteilen.
Fazit
Der ökumenische Valentinstagsgottesdienst in Freising setzte ein deutliches Zeichen für Inklusion und Anerkennung aller Formen der Liebe. Durch die gemeinsame Gestaltung von katholischen und evangelischen Geistlichen, die interaktiven Stationen und die offene Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren wurde ein Raum geschaffen, in dem sich alle Teilnehmenden willkommen und wertgeschätzt fühlten. Solche Veranstaltungen tragen dazu bei, die Kirche als Ort der Liebe und Akzeptanz für alle Menschen zu positionieren und stärken die Gemeinschaft innerhalb der Glaubensgemeinschaft.



