ÖPNV-Streik in München trifft Champions-League-Abend
Doppelte Belastung für München
München erlebt einen schwierigen Abend. Zeitgleich mit einem Champions-League-Spiel des FC Bayern streiken die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. U-Bahnen, Trambahnen und Stadtbusse fahren nicht oder nur eingeschränkt.
Für Zehntausende Fans bedeutet das: Die Anreise zur Allianz Arena wird zur logistischen Herausforderung. Normalerweise nutzt ein Großteil der Stadionbesucher den ÖPNV.
Streik trifft den Nahverkehr hart
Die Gewerkschaft ver.di hat zum Ausstand aufgerufen. Betroffen ist das gesamte Netz der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Der Streik ist Teil der laufenden Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst.
Wann genau der Betrieb wieder aufgenommen wird, war zunächst unklar. Die MVG empfahl Fahrgästen, auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen oder Fahrten zu verschieben.
Fans weichen auf Autos und Taxis aus
Rund um die Allianz Arena im Münchner Norden ist an Spieltagen mit massivem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Ohne den ÖPNV dürften deutlich mehr Fans mit dem Auto anreisen.
Das verschärft die ohnehin angespannte Parkplatzsituation im Stadionumfeld. Taxiunternehmen und Ridesharing-Dienste meldeten an vergleichbaren Streiktagen in der Vergangenheit stark steigende Nachfrage.
Allianz Arena nur schwer erreichbar
Die Allianz Arena liegt am nördlichen Stadtrand. Ohne die U-Bahn-Linie U6 ist sie mit dem öffentlichen Nahverkehr kaum zu erreichen. Genau diese Linie fährt im Streik nicht.
Busverbindungen aus dem Umland sind ebenfalls betroffen. Fans aus dem Münchner Umland haben damit kaum Alternativen zum eigenen Auto.
Kritik an Streiktermin
Die Wahl des Streiktermins sorgt für Diskussionen. Kritiker werfen ver.di vor, bewusst einen publikumswirksamen Termin gewählt zu haben. Gewerkschaften nutzen solche Gelegenheiten, um Druck in Tarifverhandlungen zu erhöhen.
ver.di fordert deutliche Lohnerhöhungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. Die Tarifgespräche stocken seit Wochen.
Bedeutung für den Wirtschaftsstandort
Streiks im Nahverkehr treffen nicht nur Freizeitverkehr. Auch Pendler, Lieferdienste und der gesamte Wirtschaftsverkehr in München leiden. Laut Schätzungen verursacht jeder vollständige Streiktag im Münchner ÖPNV Millionenschäden in der Region.
Bayern ist als Wirtschaftsstandort auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen. Wiederkehrende Streiks belasten Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen.
MVG rät zur frühzeitigen Planung
Die MVG appellierte an alle Fahrgäste, ihre Wege frühzeitig zu planen. Wer auf das Auto umsteigt, sollte deutlich mehr Zeit einkalkulieren. Die Stadteinfahrten aus Norden dürften am Spielabend besonders stark belastet sein.
Für Fans ohne Auto bleibt die Hoffnung auf organisierte Shuttle-Angebote oder Fahrgemeinschaften. Der FC Bayern München hat nach Informationen zu vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit teils Sonderlösungen kommuniziert.