Politik

Passau: Protschka ohne Gegner zum AfD-Landeschef gewählt

Stephan Protschka führt die bayerische AfD weiter. Auf dem Landesparteitag in Passau wurde der Bundestagsabgeordnete aus Niederbayern im Amt bestätigt. Ein Gegenkandidat trat am Ende nicht an. Der erwartete Machtkampf auf offener Bühne fiel aus.

Mixl zieht Kandidatur zurück

Wochenlang hatte der Streit um den Parteivorsitz die bayerische AfD beschäftigt. Bundestagskollege Reinhard Mixl hatte seine Kandidatur gegen Protschka Ende Mai öffentlich angekündigt. Damit war eine offene Kampfabstimmung zwischen zwei Bundestagsabgeordneten derselben Partei absehbar.

Dazu kam es nicht. Mixl trat in Passau nicht an. Protschka wurde daraufhin mit großer Mehrheit gewählt. Über die genauen Hintergründe von Mixls Rückzug wurde zunächst nichts bekannt.

Monatelanger interner Streit

Die bayerische AfD gilt als chronisch zerstritten. Schwere gegenseitige Vorwürfe prägten die Wochen vor dem Parteitag. Protschka hatte sich dabei auch auf Bundesebene Gehör verschafft.

In einem Brandbrief an Bundesparteichefin Alice Weidel und Tino Chrupalla warnte Protschka vor parteiinternen Strippenziehern. Er sprach von einem sogenannten Phantom, das im Hintergrund Einfluss auf die bayerische AfD nehmen wolle. Namentlich nannte er die Person nicht öffentlich.

Spannungen auch auf dem Parteitag sichtbar

Auch in Passau selbst zeigte sich die innerparteiliche Spannung. Beobachter beschrieben den Parteitag als angespannt. Die Zerrissenheit der bayerischen AfD war trotz des ausbleibenden Duells spürbar.

Protschka ist 48 Jahre alt und sitzt für die AfD im Deutschen Bundestag. Er stammt aus Niederbayern und ist seit mehreren Jahren eine der prägenden Figuren der Partei im Freistaat.

Protschka mit geschwächter Position?

Ein Sieg ohne Gegenkandidat hat seinen eigenen Charakter. Protschka wurde bestätigt, aber die Tiefe des internen Konflikts bleibt sichtbar. Der monatelange Machtkampf hat Spuren hinterlassen.

Mixl hatte seinen Vorstoß nicht ohne Rückhalt in der Partei gewagt. Dass er ihn zurückzog, bedeutet nicht zwingend, dass die kritischen Stimmen verstummt sind. Parteiinterne Konflikte dieser Art lösen sich selten durch einen einzigen Parteitag.

Verhältnis zur Bundespartei angespannt

Protschka hatte zuletzt auch öffentlich Distanz zu Positionen von Alice Weidel markiert. Das belastet das Verhältnis zwischen der bayerischen Landespartei und der Bundesführung zusätzlich.

Bayern ist für die AfD ein wichtiges Bundesland. Bei der Landtagswahl 2023 holte die Partei rund 14,6 Prozent. Seitdem arbeitet sie an ihrer Stellung als dauerhafte Oppositionskraft im Freistaat.

Fazit

Protschka bleibt Landeschef, der Streit ist damit aber nicht beigelegt. Die bayerische AfD geht geschwächt und intern belastet aus einem Parteitag, der eigentlich Klarheit bringen sollte. Ob Protschka die Partei in ruhigeres Fahrwasser führen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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