Passau: Weniger Krankentage als der Rest Bayerns
Die Region Passau macht eine Ausnahme. Während der Krankenstand der AOK-versicherten Erwerbstätigen in Bayern insgesamt auf einem sehr hohen Niveau bleibt, liegen die Krankmeldungen im Landkreis und der Stadt Passau unterhalb des bayerischen Durchschnitts. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Bayern.
Bayern-Schnitt: 5,9 Prozent Krankenstand
Der Krankenstand der erwerbstätigen AOK-Versicherten lag 2024 in Bayern bei 5,9 Prozent. Das entspricht einem Durchschnitt von 21,1 Krankentagen pro Person im Jahr. Im Vorjahr waren es noch 21,6 Tage. Der Rückgang ist damit minimal. Von einer Entwarnung kann keine Rede sein.
Bundesweit lag der Durchschnitt der Fehltage je Arbeitnehmer im vergangenen Jahr bei 9,4 Tagen, gemessen an den Arbeitstagen. Bayern schneidet im Ländervergleich dabei noch vergleichsweise gut ab. Ostdeutsche Bundesländer verzeichnen höhere Krankenstände als der Westen.
Passau liegt unter dem Freistaat-Durchschnitt
Die Region Passau sticht positiv heraus. Die Krankmeldungen liegen dort unter dem bayerischen Schnitt. Konkrete Zahlen für den Landkreis und die Stadt Passau hat die AOK Bayern in ihrer regionalen Auswertung veröffentlicht.
Regionale Unterschiede beim Krankenstand sind keine Seltenheit. Faktoren wie Altersstruktur der Beschäftigten, die Branchenzusammensetzung einer Region und die wirtschaftliche Lage vor Ort spielen dabei eine Rolle. Passau ist geprägt von mittelständischen Betrieben und einer vergleichsweise jungen Beschäftigungsstruktur.
Psychische Erkrankungen bleiben eine Belastung
Auch wenn die Gesamtzahlen leicht sinken: Psychische Erkrankungen bleiben ein wesentlicher Treiber langer Fehlzeiten. Bundesweit hat die AOK auf diesen Zusammenhang ausdrücklich hingewiesen. Psychische Diagnosen führen oft zu längeren Ausfallzeiten als körperliche Erkrankungen.
Die AOK Bayern registriert zudem mehr Langzeitfälle. Das bedeutet: Weniger Versicherte melden sich krank, aber wer ausfällt, fehlt länger. Dieser Trend belastet Betriebe besonders stark, weil Langzeitausfälle schwerer zu kompensieren sind als kurze Fehlzeiten.
Statistischer Effekt bei den Krankmeldungen
Die AOK weist auf einen wichtigen statistischen Effekt hin. Seit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Jahr 2023 werden Krankmeldungen vollständiger erfasst. Das hat die Zahlen zeitweise nach oben verzerrt. Der nun leichte Rückgang ist deshalb auch auf einen Normalisierungseffekt zurückzuführen.
Arbeitgeber und Krankenkassen beobachten diese Entwicklung genau. Für die Betriebe in der Region Passau bedeutet der unterdurchschnittliche Krankenstand einen relativen Wettbewerbsvorteil: Weniger Ausfälle bedeuten geringere Kosten und stabilere Abläufe.
Fazit
Der Krankenstand in Bayern bleibt strukturell hoch. Der leichte Rückgang auf 21,1 Fehltage je Versichertem ist kein Grund zur Entwarnung. Die Region Passau zeigt aber, dass regionale Unterschiede erheblich sein können. Für Unternehmen und Politik bleibt die Bekämpfung von Langzeitausfällen und psychischen Erkrankungen die zentrale Aufgabe.