Handel

Personalmangel gefährdet Lebensmittelsicherheit in Bayern

In Bayern bleiben zahlreiche Stellen für Lebensmittelkontrolleure unbesetzt. Besonders betroffen sind Landkreise in Schwaben. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervor. SPD-Landtagsabgeordnete Anna Rasehorn hatte die Zahlen angefragt.

Zu wenige Prüfer, zu viele Betriebe

Die Aufgabe der Lebensmittelkontrolleure ist klar definiert. Sie prüfen Betriebe, nehmen Proben und sichern so den Schutz der Verbraucher. Doch für diese Arbeit fehlt schlicht das Personal.

Bundesweit fehlen nach Angaben des Bundesverbands der Lebensmittelkontrolleure rund 1.600 Prüfer. Bayern ist kein Sonderfall, sondern Teil eines gesamtdeutschen Problems. Der BVLK-Vorsitzende Martin Müller brachte es auf den Punkt: Der Bürger kann so nicht ausreichend geschützt werden.

Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert die Lage seit Jahren. Demnach findet bundesweit nur etwa zwei Drittel der eigentlich notwendigen Lebensmittelkontrollen statt. Das verbleibende Drittel bleibt aus, weil die Kapazitäten fehlen.

Schwaben besonders stark betroffen

Innerhalb Bayerns ist die Lage regional sehr unterschiedlich. Einige Landkreise in Schwaben weisen besonders viele unbesetzte Stellen auf. Welche Landkreise konkret betroffen sind und wie groß die Lücken dort ausfallen, geht aus der Antwort des Innenministeriums hervor.

Die ungleiche Verteilung des Personals bedeutet: Betriebe in unterversorgten Regionen werden seltener geprüft. Ein Restrisiko bleibt damit für Verbraucher bestehen.

Kein neues Problem

Der Personalmangel bei der Lebensmittelkontrolle ist kein neues Thema in Bayern. Bereits der Untersuchungsausschuss zum sogenannten Bayern-Ei-Skandal deckte 2017 strukturelle Schwächen auf. Damals gab es zu wenige Kontrolleure an den zuständigen Ämtern. Die Überwachung von Legebatterien wies erhebliche Lücken auf.

Die SPD forderte damals mehr Transparenz bei der Lebensmittelkontrolle und mehr Personal. Passiert ist seitdem wenig. Die aktuelle Anfrage von Anna Rasehorn zeigt: Das Problem besteht weiterhin.

Politischer Druck wächst

Die SPD im bayerischen Landtag drängt auf Konsequenzen. Rasehorn kritisiert die Situation als inakzeptabel. Verbraucher haben ein Recht auf verlässliche Kontrollen.

Der Verband der Lebensmittelkontrolleure Bayerns setzt sich seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Stellen ein. Auch die Frage der Bezahlung spielt eine Rolle. Der Bundesverband fordert, dass Tarifergebnisse zeit- und inhaltsgleich auf Beamte übertragen werden, auch in Bayern.

Ausbildung dauert Jahre

Selbst wenn Bayern heute mehr Stellen ausschreiben würde, wäre das Problem nicht schnell gelöst. Die Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur dauert mehrere Jahre. Kurzfristige Lösungen gibt es kaum.

Das macht die Situation strukturell schwierig. Stellen bleiben vakant, Betriebe werden seltener geprüft, und der Druck auf das verbleibende Personal steigt.

Fazit: Handlungsbedarf ist klar

Bayerns Lebensmittelüberwachung hat ein handfestes Personalproblem. Die Zahlen aus dem Innenministerium belegen das. Besonders Schwaben leidet unter dem Mangel an Kontrolleuren. Solange die Stellen unbesetzt bleiben, können nicht alle Betriebe regelmäßig geprüft werden. Der Freistaat muss jetzt handeln, damit der Verbraucherschutz nicht weiter auf der Strecke bleibt.

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