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Peter Worm verlässt Bayerischen Landtag nach 17 Jahren an der Spitze

München, 26. März 2026. Der Bayerische Landtag verliert seinen dienstältesten Spitzenbeamten. Landtagsdirektor Peter Worm wurde am Donnerstag offiziell verabschiedet. Mit Wirkung zum 1. April tritt er den Ruhestand an. Vier Jahrzehnte arbeitete er für das Parlament, 17 davon als Chef der Verwaltung.

Ein Oberfranke an der Spitze Münchens Parlamentsverwaltung

Peter Worm stammt aus Oberfranken. Seit 2009 führte er als Landtagsdirektor die Verwaltung des Bayerischen Landtags. In dieser Funktion war er der ranghöchste Beamte des Hauses. Er war verantwortlich für den reibungslosen Betrieb des Parlaments hinter den Kulissen.

Seine Tätigkeit begann lange vor der Chefrolle. Bereits seit Mitte der 1980er Jahre arbeitete Worm im Landtagsamt. Er erlebte damit einen Zeitraum, der mehrere politische Generationen umfasst. Landtagspräsidenten kamen und gingen. Worm blieb.

Krisen und Wendepunkte einer langen Amtszeit

Die 17 Jahre an der Spitze waren keine ruhige Zeit. Der Bayerische Landtag stand mehrfach unter öffentlichem Druck. Eine der bekanntesten Belastungsproben war die sogenannte Verwandtenaffäre. Abgeordnete hatten Familienmitglieder mit Steuermitteln beschäftigt. Der Landtag geriet in die Kritik.

Die Verwaltung musste damals neue Transparenzregeln umsetzen. Das war organisatorisch und politisch anspruchsvoll. Worm stand in dieser Zeit an der Schnittstelle zwischen Parlamentsbetrieb und öffentlicher Kontrolle.

Der Einzug der AfD als neue Herausforderung

Eine weitere Zäsur kam 2013. Die AfD zog erstmals in den Bayerischen Landtag ein. Für die Verwaltung bedeutete das praktische Anpassungen. Neue Fraktionen brauchen Büros, Personal und Ressourcen. Die Verwaltung musste das organisieren, unabhängig von politischen Bewertungen.

Worm leitete die Verwaltung dabei nach dem Prinzip der politischen Neutralität. Der Direktor dient dem Parlament als Institution. Nicht einer Partei.

Länger geblieben als geplant

Ursprünglich sollte Worm früher in den Ruhestand gehen. Er blieb jedoch länger als vorgesehen. Berichte bezeichnen ihn deshalb als Ausnahmebeamten. Sein Verbleib war eine bewusste Entscheidung. Die Kontinuität in der Verwaltungsführung hatte Priorität.

Dieser Schritt ist in der Beamtenlaufbahn ungewöhnlich. Er zeigt das Vertrauen, das das Parlament in seine Arbeit setzte.

Nachfolge ist geregelt

Der Übergang ist vorbereitet. Bereits im Dezember 2025 gab der Bayerische Landtag bekannt, dass die Nachfolge geregelt ist. Ein neuer Landtagsdirektor übernimmt zum 1. April die Führung der Parlamentsverwaltung. Details zur Person des Nachfolgers wurden offiziell kommuniziert.

Der Wechsel an der Amtsspitze wurde damit frühzeitig eingeleitet. Eine lange Übergangsphase soll Reibungsverluste vermeiden. Das ist bei einer so zentralen Funktion entscheidend.

Fazit: Ein stiller Architekt des Parlamentsbetriebs

Peter Worm gehörte nicht zu den Personen, die in Schlagzeilen auftauchen. Er arbeitete im Hintergrund. Genau das ist die Aufgabe eines Parlamentsdirektors. 40 Jahre im Dienst einer Institution sind eine seltene Konstanz in der heutigen Verwaltungslandschaft.

Mit seinem Abgang verliert der Bayerische Landtag ein institutionelles Gedächtnis. Dieses Wissen lässt sich nicht einfach übergeben. Sein Nachfolger übernimmt eine gut geführte Verwaltung. Das ist das eigentliche Erbe von Peter Worm.

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