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Playmobil schließt Werk in Dietenhofen: 350 Jobs weg

Das Werk in Dietenhofen steht still. Playmobil hat die Produktion in Deutschland eingestellt, die verbliebenen Beschäftigten sind seit dieser Woche freigestellt. Ein Sprecher der Horst Brandstätter Group bestätigte: Die Produktion ruht. Rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz in Mittelfranken.

Kostendruck treibt Verlagerung ins Ausland

Der Grund für die Schließung ist wirtschaftlicher Natur. Die Fertigung der bekannten Playmobilfiguren wird aus Kostengründen ins Ausland verlagert. Künftig soll die Produktion in den Werken in Malta und Tschechien gebündelt werden. Das Werk in Dietenhofen soll offiziell in einer Woche schließen. Die Mitarbeiter sind bereits gegen Bezahlung freigestellt.

Für viele Betroffene ist der Schritt ein harter Einschnitt. Berichte sprechen davon, dass sich für manche Beschäftigte die Welt zusammengebrochen sei. Jahrzehntelang wurden die Figuren in Franken gefertigt. Nun endet diese Tradition abrupt.

Verwaltung und Entwicklung bleiben in Bayern

Playmobil betont, nicht vollständig aus Deutschland zu verschwinden. Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik sollen weiterhin in Deutschland angesiedelt bleiben. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als traditionsreiche Marke mit Wurzeln in Bayern. Der Firmensitz bleibt in Zirndorf im Landkreis Fürth.

Produktion schon länger unter Druck

Die Schließung des Werks in Dietenhofen kam nicht überraschend. Die Spielwarenbranche kämpft seit Jahren mit hohen Produktionskosten am Standort Deutschland. Steigende Energiepreise, hohe Löhne und globaler Wettbewerb belasten die Hersteller. Playmobil hatte zuletzt auch mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen.

Die Verlagerung ist Teil einer umfassenderen Restrukturierung des Unternehmens. Die Horst Brandstätter Group setzt auf günstigere Produktionsstandorte innerhalb Europas. Malta und Tschechien bieten deutlich niedrigere Lohnkosten als der Freistaat Bayern.

Symbolischer Verlust für den Wirtschaftsstandort Franken

Die Schließung trifft die Region Mittelfranken wirtschaftlich und symbolisch. Playmobil gilt seit Jahrzehnten als eines der bekanntesten deutschen Spielzeugmarken weltweit. Die Figuren, 1974 eingeführt, stehen für fränkisches Industrieerbe. Nun verlässt die Fertigung den Ort ihrer Entstehung.

Für den Landkreis Ansbach, zu dem Dietenhofen gehört, bedeutet die Schließung den Verlust eines bedeutenden Arbeitgebers. 350 Stellen sind in einer ländlich geprägten Region ein erheblicher Einschnitt. Wie viele der Betroffenen neue Stellen im selben Unternehmen finden, ist derzeit unklar.

Kein Einzelfall in der Branche

Playmobil steht mit dieser Entscheidung nicht allein. Auch andere Konsumgüterhersteller haben in den vergangenen Jahren Produktionsstätten in Deutschland geschlossen. Die hohen Standortkosten machen eine wettbewerbsfähige Fertigung für viele Unternehmen schwieriger. Die Politik diskutiert seit Monaten über Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland, konkrete Ergebnisse lassen auf sich warten.

Fazit

Mit der Schließung des Werks in Dietenhofen verliert Bayern einen Produktionsstandort mit langer Geschichte. Playmobil bleibt zwar mit Verwaltung und Entwicklung im Freistaat präsent. Doch die eigentliche Fertigung findet künftig außerhalb Deutschlands statt. Für 350 Beschäftigte ist das ein bitteres Ende. Für den Wirtschaftsstandort ist es ein weiteres Warnsignal.

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