
Rail Bavaria übernimmt Müllverkehre nach Schwandorf
Die Entsorgungslogistik in Ostbayern bleibt auf der Schiene. Das Unternehmen Rail Bavaria übernimmt die Güterverkehre zum Müllkraftwerk Schwandorf. Eine drohende Verlagerung auf die Straße ist damit abgewendet. DB Cargo hatte den bestehenden Vertrag zum Ende des Jahres gekündigt.
DB Cargo zieht sich zurück, Rail Bavaria springt ein
Der Rückzug von DB Cargo hatte die Verantwortlichen in der Region unter Druck gesetzt. Ohne einen Nachfolger wäre der Müll aus weiten Teilen Ostbayerns künftig per Lastwagen transportiert worden. Die Zahl der zusätzlichen Lkw-Fahrten wäre erheblich gewesen.
Rail Bavaria ist ein regionaler Güterverkehrsbetreiber und tritt die Nachfolge von DB Cargo an. Der neue Betrieb startet zum Jahreswechsel.
Schwandorf als zentraler Entsorgungsstandort
Das Müllkraftwerk Schwandorf versorgt eine breite Region in Ostbayern. Zahlreiche Landkreise liefern ihren Restmüll dorthin. Der Bahntransport ist dabei logistisch und ökologisch bedeutsam.
Güterverkehr auf der Schiene verursacht deutlich weniger CO2 als der Transport per Lkw. Eine Verlagerung auf die Straße hätte den regionalen Verkehr belastet, vor allem auf den Verbindungsstraßen Richtung Schwandorf.
Kommunale Entsorgung abhängig von Bahnverbindungen
Der Fall zeigt, wie abhängig kommunale Entsorgungsstrukturen von verlässlichen Bahnverbindungen sind. Fällt ein Betreiber aus, gerät das gesamte System ins Wanken. Die Suche nach einem Nachfolger war deshalb dringlich.
Rail Bavaria betreibt bereits verschiedene Schienengüterverkehre in der Region. Die Übernahme der Müllverkehre erweitert das bestehende Portfolio.
Kommunen atmen auf
Für die beteiligten Landkreise und Zweckverbände ist die Lösung eine Erleichterung. Eine kurzfristige Umstellung auf Lkw-Transporte hätte Mehrkosten verursacht und Kapazitätsprobleme mit sich gebracht.
Schienentransport von Müll ist in Bayern kein Einzelfall. Mehrere Entsorgungszentren nutzen die Bahn für den Antransport. Der wirtschaftliche Vorteil liegt vor allem bei großen Mengen und langen Strecken.
Güterverkehr auf der Schiene steht unter Druck
Der Rückzug von DB Cargo aus diesem Vertrag steht nicht allein. Das Staatsunternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere Güterverkehrsverbindungen aufgegeben. Private Anbieter füllen diese Lücken schrittweise.
Kleinere, spezialisierte Anbieter übernehmen Nischen, die DB Cargo nicht mehr wirtschaftlich betreiben will. Das stärkt den Wettbewerb im Schienengüterverkehr.
Einordnung
Rail Bavaria übernimmt den Betrieb, der Müll bleibt auf der Schiene. Der Fall zeigt aber auch, wie anfällig kommunale Entsorgungsinfrastruktur ist, wenn große Bahnbetreiber Verträge kündigen. Private Alternativen müssen schnell und verlässlich bereitstehen.



