Handel

Rotkreuzplatz München: Galeria weicht Büros, Hotel und Wohnungen

Das Galeria-Kaufhaus am Münchner Rotkreuzplatz hat keine Zukunft mehr als reines Warenhaus. Die Eigentümerin des Gebäudes hat Pläne für einen Neubau vorgelegt. Dieser soll Büroflächen, ein Hotel mit begrünter Dachterrasse und 80 Wohnungen beherbergen. Auch Einzelhandel ist weiterhin vorgesehen. Der Umbau soll bis 2030 abgeschlossen sein.

Ein gemischtes Konzept für den Neubau

Peter Hugle, Niederlassungsleiter des zuständigen Planungsbüros, bezeichnete das Konzept als ausgewogen und schlüssig. Der Entwurf sieht eine Nutzungsmischung vor, die dem Quartier neue Impulse geben soll. Neben Gewerbeflächen entstehen Wohneinheiten und ein Hotelbetrieb. Die begrünte Dachterrasse des geplanten Hotels soll das Erscheinungsbild des Neubaus aufwerten.

Die Stadtgestaltungskommission hat sich bereits mit dem Vorhaben befasst. Sie prüfte, ob sich der Neubau städtebaulich in die bestehende Umgebung einfügt. Das Ergebnis: Das Projekt ist grundsätzlich denkbar. Allerdings forderten die Planer eine Reduzierung der Gebäudehöhe. Der ursprüngliche Entwurf war der Kommission zu hoch.

Anwohner kämpfen für den Erhalt des Kaufhauses

Nicht alle im Viertel begrüßen den Wandel. Die Anwohner rund um den Rotkreuzplatz sehen das Kaufhaus als zentralen Treffpunkt ihres Quartiers. Im Mai demonstrierten sie öffentlich für den Erhalt von Galeria. Für viele Bewohner ist das Kaufhaus mehr als ein Einkaufsort. Es gilt als belebendes Zentrum des Stadtteils.

Der Protest zeigt, wie sensibel das Thema im Münchner Westen ist. Der Rotkreuzplatz ist ein gewachsenes Viertelszentrum. Der Verlust eines solchen Ankers hinterlässt im Stadtbild und im Alltag der Menschen Spuren. Ähnliche Debatten wurden in anderen deutschen Städten bereits geführt, wo Galeria-Filialen schlossen.

Strukturwandel im Münchner Einzelhandel

Der Fall am Rotkreuzplatz steht exemplarisch für einen breiteren Trend. Klassische Warenhäuser verlieren deutschlandweit an Bedeutung. Galeria Karstadt Kaufhof durchlief in den vergangenen Jahren mehrere Insolvenzverfahren. Viele Standorte wurden aufgegeben oder umstrukturiert. In München sind bereits andere Filialen verschwunden.

Eigentümer von Kaufhausimmobilien suchen deshalb nach neuen Nutzungskonzepten. Die Kombination aus Wohnen, Büro, Hotel und Einzelhandel gilt als wirtschaftlich tragfähiger als ein reines Warenhaus. Investoren setzen auf diese Mischform, um Leerstände zu vermeiden und Rendite zu sichern.

Wie geht es weiter am Rotkreuzplatz?

Das Planungsverfahren läuft. Die Eigentümerin muss die Vorgaben der Stadtgestaltungskommission zur Gebäudehöhe berücksichtigen. Erst dann kann das Projekt in die nächste Genehmigungsphase gehen. Der angestrebte Zeitplan bis 2030 ist ambitioniert. Ob er haltbar ist, hängt vom Fortgang des Genehmigungsverfahrens ab.

Die Stadt München hat grundsätzlich Interesse daran, den Rotkreuzplatz als lebendiges Quartierskerngebiet zu erhalten. Ob das ohne ein klassisches Kaufhaus gelingt, wird die Umsetzung zeigen. Die Anwohner werden das Verfahren weiter kritisch begleiten.

Fazit

Am Rotkreuzplatz zeichnet sich eine tiefgreifende Veränderung ab. Das Galeria-Kaufhaus wird weichen. An seiner Stelle entsteht ein Nutzungsmix aus Handel, Wohnen, Büro und Hotel. Das Konzept findet bei Fachleuten Zustimmung, stößt bei der Bevölkerung jedoch auf Skepsis. Der Konflikt zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem Wunsch nach Kontinuität im Viertel ist nicht gelöst.

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