Schaeffler baut 1.300 Stellen per Altersteilzeit ab
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Schaeffler schrumpft weiter. Der Herzogenauracher Auto- und Industriezulieferer baut in Deutschland rund 1.300 zusätzliche Stellen ab. Das Instrument ist ein erweitertes Altersteilzeitprogramm. Betroffen sind Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter. Auch mindestens ein Standort in Bayern ist Teil des Programms.
Altersteilzeit statt Kündigung
Der Konzern setzt auf ein sozialverträgliches Modell. Die Altersteilzeitprogramme laufen je nach Standort zwischen zwei und acht Jahren. Auf eine aktive Beschäftigungsphase folgt eine gleich lange Freistellungsphase.
Schaeffler rechnet allerdings nur bei rund 20 Prozent der berechtigten Beschäftigten mit einem tatsächlichen Vertragsabschluss. Das Programm ist freiwillig. Es ergänzt ein laufendes Sparprogramm, das der Konzern bereits zuvor aufgelegt hatte.
Verluste im E-Auto-Geschäft belasten den Konzern
Hintergrund des Stellenabbaus ist wirtschaftlicher Druck. Das Elektromobilitätsgeschäft von Schaeffler schreibt rote Zahlen. In der E-Sparte summieren sich die Verluste auf über 400 Millionen Euro innerhalb eines Halbjahres.
Der Konzern trägt zugleich einen Schuldenstand von mehr als 5,5 Milliarden Euro, was den finanziellen Spielraum erheblich einengt. Analysten haben daraufhin ihre Kursziele für die Schaeffler-Aktie gesenkt.
Strukturwandel in der Automobilindustrie als Treiber
Schaeffler hatte früh auf Elektromobilität gesetzt und erheblich in den Aufbau entsprechender Kapazitäten investiert. Der Hochlauf der Elektroauto-Nachfrage verlief jedoch langsamer als erwartet. Das belastet die Bilanz.
Schaeffler steht damit nicht allein. Viele deutsche Automobilzulieferer kämpfen mit ähnlichen Problemen. Sinkende Absatzzahlen bei Verbrennern, schleppende Elektronachfrage und steigende Kosten treffen die Branche hart.
Bayern direkt betroffen
Schaeffler betreibt in Bayern mehrere Standorte, darunter Werke in Schweinfurt, Wunsiedel und weiteren fränkischen Städten. Mindestens ein bayerischer Standort ist vom aktuellen Altersteilzeitprogramm erfasst.
Schaeffler beschäftigt in Deutschland insgesamt mehrere zehntausend Mitarbeiter und gehört zu den größten industriellen Arbeitgebern in Bayern und Franken. Ein Stellenabbau in diesem Umfang hat deshalb regionalpolitisches Gewicht.
Programm ergänzt bestehende Sparpläne
Das neue Altersteilzeitprogramm reiht sich in frühere Sparrunden ein. Schaeffler hatte bereits in den vergangenen Jahren Stellen abgebaut. Der aktuelle Schritt ist eine weitere Etappe in einem längeren Restrukturierungsprozess.
Die Unternehmensführung in Herzogenaurach hält an ihrer Strategie fest. Die Marge des Konzerns soll stabilisiert werden, während der Druck durch Schulden und Verluste in der E-Sparte hoch bleibt.
Schaeffler unter anhaltendem Spardruck
Verluste im Elektrogeschäft, ein hoher Schuldenstand und eine schwierige Lage in der Automobilindustrie zwingen den Konzern zum Handeln. Das Altersteilzeitmodell federt den sozialen Effekt ab. Für die betroffenen Standorte in Bayern und anderswo bleibt die Lage dennoch ernst. An den kommenden Quartalszahlen wird sich ablesen lassen, ob die Maßnahmen ausreichen.



