Shamonda-ähnliches Virus befällt Rinder in Baden-Württemberg
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Ein bislang nicht beschriebenes Virus hat sich in den Rinderbeständen Baden-Württembergs ausgebreitet. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald, hat den Erreger Anfang August identifiziert. Die betroffenen Tiere zeigen Fieber, Durchfall und eine sinkende Milchleistung.
Erreger aus exotischer Virusgruppe
Das neu entdeckte Virus gehört zur Gruppe der Shamonda-ähnlichen Viren, die in Deutschland bislang nicht bekannt waren. Das FLI stuft den Erreger als bislang nicht näher beschrieben ein.
Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen, kleine Stechmückenarten, die vor allem in den Sommermonaten aktiv sind. Sie gelten auch als Überträger anderer Tierkrankheiten, etwa der Blauzungenkrankheit.
Für den Menschen gilt das Virus nach aktuellem Wissensstand als ungefährlich. Das FLI hat bislang keine Hinweise auf eine Übertragbarkeit auf den Menschen veröffentlicht.
Ausbreitung über mehrere Länder
Erkrankte Rinder fielen zuerst in der Schweiz und in Frankreich auf. Im Juli 2026 wurden dann auch in zahlreichen Beständen in Süddeutschland erkrankte Tiere gemeldet. Besonders betroffen ist Baden-Württemberg, das direkt an Bayern grenzt.
Wie genau das Virus nach Mitteleuropa gelangte, ist noch ungeklärt. Die Ausbreitung über Grenzen hinweg deutet auf eine Verbreitung durch infizierte Insekten hin.
Bayern als Nachbarland im Blick
Die geografische Nähe Baden-Württembergs zu Bayern macht eine Ausbreitung in den Freistaat möglich. Bayerische Landwirte und Veterinärämter sollten die Lage aufmerksam beobachten. Gnitzen kennen keine Ländergrenzen; ihre Verbreitung hängt von Wetterbedingungen und Landschaft ab.
Folgen für Kälber noch unklar
Ob das Virus Kälber schädigt oder Fehlgeburten auslöst, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Das FLI forscht weiter an den möglichen Folgen für Nachkommen erkrankter Rinder.
Bei verwandten Erregern sind Missbildungen und Totgeburten bekannt. Ob das neue Virus ähnliche Folgen hat, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft
Sinkende Milchleistung trifft Milchviehbetriebe direkt. Schon kurzfristige Erkrankungsphasen können die Produktionsmenge spürbar senken und bedeuten für Betriebe mit vielen Milchkühen konkrete finanzielle Einbußen.
Impfstoffe gegen das neue Virus gibt es bislang nicht. Tierärzte können nur die Symptome behandeln, nicht den Erreger selbst bekämpfen.
Landwirte sollten kranke Tiere dem Veterinäramt melden. Eine schnelle Diagnose hilft, die Ausbreitung besser zu verfolgen. Das FLI bittet um Einsendung von Proben erkrankter Tiere zur weiteren Forschung.
Fazit
Ein neu eingeschlepptes Virus stellt die Rinderhaltung in Süddeutschland vor eine unbekannte Herausforderung. Die Behörden haben den Erreger identifiziert, viele Fragen sind aber offen. Bayerns Landwirte sollten die Entwicklung verfolgen und bei Verdacht umgehend handeln.



