Sputnik-Hersteller in Illertissen meldet Insolvenz an
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Der Sputnik-V-Hersteller in Illertissen ist insolvent. Die deutsche Tochtergesellschaft des russischen Pharmaunternehmens R-Pharm hat Insolvenz angemeldet. Als Hauptgrund gilt der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Damit endet ein Kapitel, das Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einst als Erfolg feiern wollte.
Söders Wette auf den russischen Impfstoff
Im Jahr 2021 warb Söder offensiv für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Bayern schloss einen Vorvertrag für den Bezug des Mittels ab. Der Standort Illertissen in Schwaben sollte den Impfstoff produzieren. Söder sah darin eine Möglichkeit, die damals knappen Impfstofflieferungen zu ergänzen.
Sputnik V war zwar weltweit als erster Corona-Impfstoff zugelassen worden, allerdings nur von Russland selbst. Das Mittel galt von Anfang an als politisches Prestigeprojekt des Kremls. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA erteilte dem Impfstoff keine Zulassung für die EU.
EU und Bundesregierung hielten sich zurück
Die EU-Kommission lehnte einen Vorvertrag mit den Sputnik-Herstellern ab, obwohl sie dieses Instrument zuvor bei anderen Impfstoffproduzenten genutzt hatte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte damals an, Deutschland werde sich auf eigene Faust um den Impfstoff bemühen. Konkrete Ergebnisse blieben aus.
Auch die Nachfrage war gering. Potenzielle Abnehmer zeigten wenig Begeisterung. Eine viel zitierte Aussage aus dieser Zeit lautete: Man habe absolut keinen Bedarf an Sputnik V. Die erhoffte Marktdurchdringung blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Ukrainekrieg besiegelt das Aus
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 änderten sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sanktionen gegen Russland trafen auch russisch verbundene Unternehmen in Deutschland. R-Pharm Deutschland konnte unter diesen Bedingungen nicht weiter operieren.
Der Insolvenzantrag am Standort Illertissen ist die direkte Folge. Ein Unternehmen, das auf russische Lieferketten und russisches Kapital angewiesen war, hatte unter den Sanktionsbedingungen keine tragfähige Basis mehr.
Was bleibt vom Sputnik-Projekt in Bayern
Der Standort Illertissen steht vor einer ungewissen Zukunft. Wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Das Insolvenzverfahren läuft. Für Söder und die bayerische Staatsregierung ist die Entwicklung politisch unangenehm.
Kritiker hatten schon 2021 gewarnt, die Abhängigkeit von russischen Lieferanten sei riskant. Die EMA verweigerte Sputnik V die Zulassung. Und die geopolitische Lage hat sich seither verschlechtert. Diese Warnzeichen wurden damals nicht ausreichend gewichtet.
Fazit
Die Insolvenz des Sputnik-Herstellers in Illertissen ist das Ende eines gescheiterten Projekts. Söders Engagement für den russischen Impfstoff war politisch umstritten und wirtschaftlich riskant. Der Ukraine-Krieg hat die ohnehin fragile Grundlage des Unternehmens zerstört. Für Bayern bleibt ein insolventer Betrieb und eine Entscheidung, die sich als Fehler erwiesen hat.



