
Tapinoma magnum: Mittelmeerameise bedroht Franken
Eine Ameisenart aus dem Mittelmeerraum macht Kommunen in Bayern Sorgen. Tapinoma magnum, die große Drüsenameise, breitet sich in mehreren fränkischen Städten aus. Sie unterhöhlt Gehwege, beschädigt Stromkabel, gefährdet Grabstätten und befällt Keller.
Eine Art auf dem Vormarsch
Tapinoma magnum stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gilt als invasiv. Die Art breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus. Der Raum Aschaffenburg gehört zu den am stärksten betroffenen Gebieten in Bayern, wo Fachleute und Kommunen die Ausbreitung dokumentiert haben.
Die Kolonien von Tapinoma magnum sind ungewöhnlich groß. Eine einzige Kolonie kann mehrere Quadratmeter Boden unterhöhlen, was die Art für bebautes Gelände besonders problematisch macht.
Schäden an Infrastruktur und Friedhöfen
Stromkabel und Verteilerkästen in Gefahr
Die Ameisen nagen sich durch Isolierungen von Stromkabeln und können so Kurzschlüsse verursachen. Auch Verteilerkästen sind betroffen. Fachleute berichten, dass die Tiere bevorzugt in elektrische Anlagen eindringen. Die Schadensbeseitigung ist aufwendig und kostspielig.
Friedhöfe und Gehwege unterhöhlt
Auf Friedhöfen graben die Ameisen ihre Gänge unter Grabsteinen und Einfassungen. Fundamente werden geschwächt, Grabsteine können kippen. Gehwege und Pflasterflächen verlieren durch die Unterhöhlungen ihre Stabilität, Absenkungen sind die Folge.
Keller und Gebäude befallen
Die Drüsenameise dringt auch in Gebäude ein, besonders in Keller. Die Tiere suchen Wärme und Feuchtigkeit. Einmal etabliert, sind die Kolonien schwer zu beseitigen. Handelsübliche Mittel zeigen oft nur begrenzte Wirkung.
Verdrängung heimischer Arten
Tapinoma magnum konkurriert aggressiv mit einheimischen Insektenarten. Heimische Ameisenarten werden aus ihren Revieren verdrängt, was Folgen für das lokale Ökosystem hat. Bestäuber und andere Insekten geraten unter Druck.
Die Art bildet sogenannte Superkolonien aus mehreren Königinnen und Millionen von Arbeiterinnen, was sie gegenüber anderen Insekten konkurrenzstark macht.
Kommunen suchen nach Lösungen
Betroffene Kommunen in Franken stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Eine vollständige Bekämpfung der Art gilt als kaum realisierbar. Fachleute empfehlen, befallene Stellen frühzeitig zu melden, da frühes Eingreifen die Ausbreitung verlangsamt.
Biologische Bekämpfungsmethoden werden geprüft. Chemische Mittel sind im Freien nur eingeschränkt einsetzbar. Behörden koordinieren sich mit Schädlingsbekämpfern und Wissenschaftlern.
Fazit
Tapinoma magnum richtet in Franken konkrete Schäden an. Infrastruktur, Friedhöfe und die heimische Tierwelt sind betroffen. Eine schnelle Eindämmung ist schwierig. Kommunen, Bürger und Fachleute sind auf enge Zusammenarbeit angewiesen, um die weitere Ausbreitung zu bremsen.



