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Tarifeinigung nach Schlichtung: Süßwarenbranche erhöht Löhne

Nach einem langen Ringen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der bayerischen Süßwarenindustrie auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Erst 20 Stunden Schlichtungsverhandlungen brachten das Ergebnis. Die Beschäftigten bekommen nun spürbar mehr Geld.

Drei Erhöhungsschritte bis 2027

Der Arbeitgeberverband BDSI bestätigt die Einigung. Rückwirkend zum 1. Juni steigen die Entgelte um 2,9 Prozent. Zum 1. November folgt eine weitere Erhöhung um 0,3 Prozent. Am 1. Juni 2027 kommen noch einmal 2,9 Prozent hinzu.

Über die Laufzeit ergibt sich damit eine Gesamtsteigerung von rund sechs Prozent. Der Abschluss gilt für die Beschäftigten der bayerischen Süßwarenbranche, darunter Confiserie-Betriebe und Schokoladenhersteller.

Harter Verhandlungsweg bis zur Einigung

Schlichtung war notwendig

In regulären Verhandlungen kamen die Tarifparteien nicht zusammen. Ein Schlichter wurde eingeschaltet, und erst nach 20 Stunden stand das Ergebnis. Die Positionen lagen ursprünglich weit auseinander.

Schlichtungsverfahren sind im deutschen Tarifrecht ein etabliertes Instrument, um Arbeitskämpfe zu vermeiden. In der bayerischen Süßwarenindustrie war der Weg diesmal besonders lang.

Gewerkschaft NGG verhandelte für die Beschäftigten

Auf Arbeitnehmerseite führte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten die Verhandlungen. Die NGG vertritt die Beschäftigten in der Lebensmittel- und Genussmittelbranche und hatte im Vorfeld deutliche Lohnsteigerungen gefordert.

Bei früheren Tarifabschlüssen in der bayerischen Süßwarenindustrie hatte die Gewerkschaft Gesamtsteigerungen von bis zu 7,5 Prozent durchgesetzt. Der aktuelle Abschluss liegt darunter; die gestaffelte Struktur gibt den Beschäftigten Planungssicherheit.

Kaufkraft und Vergleich

Kaufkraft im Blick

Die erste Erhöhung gilt rückwirkend ab Juni, Betroffene erhalten also eine Nachzahlung. Die Inflation der vergangenen Jahre hatte die Reallöhne stark belastet. Ob die Erhöhungen die Preissteigerungen vollständig ausgleichen, hängt von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Vergleich mit anderen Branchen

In der gesamten deutschen Süßwarenindustrie wurden in früheren Tarifrunden für die rund 50.000 Beschäftigten bundesweit Steigerungen von etwa drei Prozent plus weiterer Stufen vereinbart. Der bayerische Abschluss liegt in einem ähnlichen Bereich. Für Ostdeutschland hatte die Branche zuletzt Abschlüsse von rund 5,1 Prozent erzielt; die regionalen Unterschiede im deutschen Tarifgefüge bleiben damit sichtbar.

Fazit

Der neue Tarifvertrag für die bayerische Süßwarenindustrie steht nach zähem Ringen. Die Beschäftigten profitieren von gestaffelten Erhöhungen bis 2027. Dass es dafür 20 Stunden Schlichtung brauchte, zeigt, wie schwierig der Interessenausgleich diesmal war.

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