Trockensommer 2026: Bayerns Bauern kämpfen um Futter
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Bayerns Landwirte stehen unter Druck. Wochenlange Trockenheit hat das Gras auf Wiesen und Weiden verkümmern lassen. Im ganzen Freistaat fehlt es an Futter für Rinder, Schafe und andere Weidetiere. Viele Betriebe suchen dringend nach Auswegen.
Dritter Schnitt fällt vielerorts aus
Das Ausmaß der Misere ist erheblich. Nach zwei bereits schwachen Schnitten ist der dritte Grasschnitt in vielen Regionen Bayerns komplett ausgefallen. Das Grünland wächst ohne ausreichend Niederschlag kaum nach. Die Folgen spüren die Betriebe direkt in ihren Lagern.
Bayernweit gaben fast 40 Prozent der befragten Landwirte an, bereits Futter zukaufen zu müssen. Das ist ein ungewöhnlich hoher Anteil für diesen Zeitpunkt im Jahr. Normalerweise reichen die eigenen Vorräte bis weit in den Herbst.
Besonders betroffen sind Landkreise wie Erding, wo Landwirte offen über die schwierige Lage sprechen. Die Folgen sind auf den Flächen täglich sichtbar.
Futtermanagement wird zur Pflichtaufgabe
Qualität vor Quantität
Berater der Landwirtschaftskammer raten zu einem konsequenten Futtermanagement. Gerade bei Engpässen zählt die genaue Beurteilung der Futterqualität. Berater und Landwirte prüfen gemeinsam, welche Bestände sich noch effizient einsetzen lassen und wo Verluste drohen.
Wer seine Vorräte klug einsetzt, kann den Winter leichter überbrücken. Schlechte Futterqualität erhöht den Verbrauch, weil Tiere mehr fressen müssen, um ihren Bedarf zu decken.
Zukauf und Tausch als Notlösung
Viele Betriebe weichen auf den Zukauf von Heu, Silage oder Stroh aus. Das treibt die Kosten. In manchen Regionen organisieren Landwirte auch untereinander den Tausch von Futtermitteln. Wer auf einer Fläche noch Reserven hat, gibt ab. Wer mehr Vieh als Futter hat, kauft zu.
Für Bio-Betriebe ist die Lage besonders heikel. Sie dürfen grundsätzlich nur ökologisch erzeugtes Futter einsetzen. Bei nachgewiesener Knappheit kann eine Ausnahmegenehmigung für konventionelles Futter beantragt werden. Die Hürden dafür sind hoch.
Ausnahmeregelungen beim Greening möglich
Der Freistaat Bayern hat reagiert. In bestimmten Regionen ermöglichen die zuständigen Ämter Ausnahmen beim sogenannten Greening. Gemeint sind damit Vorschriften, die regeln, welche Flächen wie genutzt werden dürfen.
Wer eine Ausnahme braucht, muss einen schriftlichen Antrag stellen. Das zuständige Amt prüft den Einzelfall. Genehmigungen sind nicht automatisch, aber grundsätzlich möglich. Auch in Landkreisen, die nicht explizit als Schadensregion ausgewiesen sind, können Ausnahmen erteilt werden.
Manche Betriebe nutzen die Regelung, um Stilllegungsflächen oder Randstreifen doch noch als Futterquelle zu erschließen. Das verschafft kurzfristig Luft.
Einige Betriebe erwägen Bestandsreduzierung
Reichen alle Maßnahmen nicht aus, bleibt nur eine radikale Option. Wer die Tiere nicht mehr ausreichend versorgen kann, muss den Bestand verkleinern. Das bedeutet: Tiere werden früher als geplant verkauft oder geschlachtet.
Dieser Schritt ist wirtschaftlich schmerzhaft. Züchter verlieren nicht nur Einnahmen, sondern auch jahrelang aufgebaute Zuchtlinien. Ein vorschneller Verkauf lässt sich kaum rückgängig machen.
Ähnliche Berichte kommen auch aus anderen Bundesländern. Thüringen meldete vergleichbare Probleme. Dort kündigten Landwirte laut einer Verbandsumfrage ebenfalls Bestandsreduzierungen an.
Fazit
Die Trockenheit des Sommers 2026 trifft Bayerns Landwirtschaft hart. Fast die Hälfte der Betriebe ist auf Zukauf angewiesen. Staatliche Ausnahmeregelungen helfen, lösen das Problem aber nicht vollständig. Wer seinen Betrieb stabil halten will, braucht ein klares Futtermanagement und schnelle Entscheidungen. Offen ist, wie Betriebe künftig widerstandsfähiger gegen trockene Sommer werden können.



