Vier Jahrzehnte Frauengesundheit: Münchens FGZ trotzt Kürzungen
Seit vier Jahrzehnten steht das FrauenGesundheitsZentrum München für niedrigschwellige Beratung. Die Einrichtung in der Grimmstraße 1 im Münchner Stadtteil Ludwigsvorstadt richtet sich an Frauen und Mädchen aller Altersgruppen. Das Angebot reicht von Gesundheitsberatung über Kurse und Workshops bis hin zu Selbsthilfegruppen und Fortbildungen. Finanzieller Druck und Kürzungen belasten die Arbeit. Dennoch bleibt das FGZ eine feste Größe in der Münchner Gesundheitsversorgung.
Breites Angebot unter einem Dach
Das FrauenGesundheitsZentrum, kurz FGZ, deckt ein breites Themenspektrum ab. Frauen erhalten dort Informationen zu körperlichen und psychischen Gesundheitsfragen. Das Zentrum bietet Vorträge, Workshops und maßgeschneiderte Angebote auf Anfrage. Hinzu kommen Broschüren und Informationsmaterialien zu verschiedenen Lebensphasen.
Die Einrichtung versteht Gesundheit ganzheitlich. Körperliche Beschwerden, psychische Belastungen und soziale Lebensumstände werden gemeinsam betrachtet. Dieser Ansatz unterscheidet das FGZ von klassischen medizinischen Beratungsstellen. Wer ständig müde und ausgelaugt ist, findet hier Unterstützung. Wer Orientierung in schwierigen Lebensphasen sucht, ebenfalls.
Mehrsprachige Beratung für Migrantinnen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Migrantinnen. Das FGZ arbeitet mit Dolmetscherinnen zusammen. Beratungen können so in der jeweiligen Muttersprache stattfinden. Das senkt die Hemmschwelle für Frauen, die mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten haben.
Alleinerziehende Mütter und Frauen mit Migrationshintergrund gehören zu den Zielgruppen. Sie erhalten Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsfragen, Gesundheitsproblemen und sozialen Herausforderungen. Das Angebot ist damit ein wichtiger Baustein der gesundheitlichen Chancengleichheit in München.
Vernetzung auf Landes- und Bundesebene
Das Münchner FGZ ist kein Einzelfall. Es gehört zu einem bundesweiten Verbund von 17 Frauengesundheitszentren in Deutschland. Dieser Zusammenschluss ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und fachlichem Wissen. Auf Landesebene ist das FGZ in das Netzwerk für gesundheitliche Chancengleichheit in Bayern eingebunden. Die Ansprechpartnerin Johanna von Winning koordiniert dort die Zusammenarbeit.
Die Landeshauptstadt München listet das FGZ offiziell als anerkannte Patientenberatungsstelle. Auch der Gesundheitsbeirat der Stadt bezieht das Zentrum in seine Arbeit ein. Zuletzt war das FGZ im Rahmen der Gesundheitskonferenz im Sommer 2025 vertreten.
Finanzierungsdruck belastet den Betrieb
Die Arbeit des FGZ steht unter finanziellem Druck. Kürzungen haben die Einrichtung in den vergangenen Jahren getroffen. Konkrete Summen nennt das Zentrum öffentlich nicht. Der Betrieb läuft weiter, aber der Spielraum für neue Angebote ist begrenzt.
Solche Kürzungen sind kein Münchner Einzelphänomen. Viele gemeinnützige Beratungseinrichtungen in Bayern kämpfen um ihre Finanzierung. Fördermittel von Stadt, Land und Bund sind häufig projektgebunden. Dauerhafte Betriebskosten lassen sich damit schwer decken.
Wo das FGZ zu erreichen ist
Das FrauenGesundheitsZentrum befindet sich in der Grimmstraße 1 im ersten Stock in 80336 München. Telefonisch ist die Einrichtung unter 089 69 310 72 0 erreichbar. Mobil ist Johanna von Winning montags und donnerstags unter 0171 816 0011 zu sprechen. Das Zentrum ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Fazit
Das FrauenGesundheitsZentrum München leistet seit über 40 Jahren konkrete Arbeit für die Gesundheit von Frauen und Mädchen. Der ganzheitliche Ansatz, die mehrsprachige Beratung und die niedrigschwelligen Angebote machen es zu einer wichtigen sozialen Infrastruktur in der Stadt. Finanzielle Kürzungen gefährden dieses Modell. Die Frage, wie viel eine Stadt in solche Einrichtungen investieren will, ist letztlich eine politische Entscheidung.