Politik

Was Bayerns Bürgermeister wirklich verdienen

Bürgermeister in Bayern tragen viel Verantwortung. Sie verwalten Gemeinden, führen Haushalte und repräsentieren ihre Kommunen nach außen. Doch wie gut werden sie dafür bezahlt? Die Antwort hängt vor allem von einer Zahl ab: der Einwohnerzahl der Gemeinde.

Gehalt nach Gemeindegröße gestaffelt

Bayern regelt die Bezüge seiner Bürgermeister im Bayerischen Besoldungsgesetz. Die Einstufung richtet sich nach der sogenannten Besoldungsgruppe, die wiederum an die Einwohnerzahl der Kommune gekoppelt ist. Je mehr Menschen in einer Gemeinde leben, desto höher fällt das Gehalt aus.

Bürgermeister kleiner Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern erhalten ein deutlich niedrigeres Grundgehalt als ihre Kollegen in größeren Städten. In vielen kleinen Kommunen üben Bürgermeister ihr Amt sogar ehrenamtlich oder nur teilzeitlich aus. Eine vollständige Besoldung erhalten in Bayern vor allem hauptamtliche Bürgermeister.

Hauptamtliche Bürgermeister in mittleren Gemeinden zwischen 5.000 und 10.000 Einwohnern sind in der Regel in der Besoldungsgruppe B 2 bis B 4 eingestuft. Das entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 5.500 bis 7.500 Euro. In größeren Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern steigen die Bezüge deutlich an.

Großstädte zahlen deutlich mehr

Oberbürgermeister von Städten wie München, Nürnberg oder Augsburg befinden sich in den höchsten Besoldungsgruppen. In München etwa ist Oberbürgermeister Dieter Reiter nach Besoldungsgruppe B 11 eingestuft. Das Grundgehalt liegt dort bei über 15.000 Euro brutto im Monat.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und Augsburgs Stadtchef Eva Weber erhalten ebenfalls Spitzenbezüge. Die genauen Beträge sind öffentlich zugänglich, da es sich um Beamtengehälter handelt. Transparenz ist hier gesetzlich vorgeschrieben.

Zusätzliche Aufwandsentschädigungen möglich

Neben dem Grundgehalt können Bürgermeister in Bayern Aufwandsentschädigungen erhalten. Diese decken Repräsentationskosten und dienstliche Ausgaben ab. Die Höhe variiert je nach Gemeinde und ist im jeweiligen Gemeindehaushalt festgelegt.

Ehrenamtliche Bürgermeister kleiner Dörfer erhalten keine vollständige Besoldung. Sie bekommen stattdessen eine pauschale Aufwandsentschädigung. Diese kann je nach Gemeinde zwischen einigen Hundert und wenigen Tausend Euro im Monat liegen.

Verantwortung und Arbeitsbelastung sind hoch

Kritiker weisen darauf hin, dass gerade in kleinen Gemeinden die Bezüge oft nicht der tatsächlichen Arbeitsbelastung entsprechen. Bürgermeister kleiner Kommunen sind häufig rund um die Uhr erreichbar. Sie kümmern sich um Bauanträge, Bürgeranliegen und kommunale Infrastruktur.

Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, das Amt zu übernehmen. In Bayern gibt es immer wieder Berichte über Gemeinden, die Schwierigkeiten haben, geeignete Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden. Die Kombination aus hohem Zeitaufwand und vergleichsweise geringer Vergütung schreckt potenzielle Kandidaten ab.

Bayern im bundesweiten Vergleich

Im Vergleich zu anderen Bundesländern liegt Bayern bei der Bürgermeistervergütung im Mittelfeld. Stadtstaaten wie Hamburg oder Bremen zahlen ihren Bürgermeistern deutlich mehr. In ländlichen Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt sind die Bezüge hingegen geringer.

Bayern hat zuletzt die Besoldungstabellen regelmäßig angepasst. Inflationsausgleich und allgemeine Tarifentwicklungen fließen in die Anpassungen ein. Der Freistaat folgt dabei den Beschlüssen des Landtags und orientiert sich an den Empfehlungen des Bayerischen Gemeindetags.

Fazit

Das Gehalt eines Bürgermeisters in Bayern ist kein einheitlicher Betrag. Es spiegelt die Größe und damit die Komplexität der Verwaltungsaufgabe wider. Wer eine Großstadt wie München führt, verdient entsprechend mehr als der Vorsteher eines kleinen Alpendorfs. Die Frage, ob die Bezüge in kleinen Gemeinden dem tatsächlichen Aufwand gerecht werden, bleibt politisch diskutiert. Der Bayerische Gemeindetag setzt sich seit Jahren für eine bessere Vergütung auch auf kommunaler Ebene ein.

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