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Wassercent: Münchner zahlen ab Juli mehr fürs Trinkwasser

Ab dem 1. Juli wird Trinkwasser in München teurer. Der Grund: Bayern erhebt künftig einen neuen Aufschlag auf die Entnahme von Grundwasser. Dieser sogenannte Wassercent schlägt sich direkt im Verbrauchspreis nieder, den die Stadtwerke München an ihre Kunden weitergeben.

Zehn Cent pro Kubikmeter als neue Grundlage

Der Freistaat Bayern plant, für jede entnommene Einheit Grundwasser eine Abgabe von zehn Cent pro Kubikmeter zu erheben. Das gilt für alle, die im Freistaat Grundwasser entnehmen oder verbrauchen. Wasserversorger wie die Stadtwerke München müssen diese Kosten tragen. Sie können sie nicht durch interne Einsparungen auffangen.

Die Stadtwerke München haben deshalb den Verbrauchspreis für Trinkwasser angehoben. Er steigt von bisher netto 1,74 Euro pro Kubikmeter auf 1,84 Euro pro Kubikmeter. Das entspricht einem Anstieg von rund sechs Prozent.

Was bedeutet das für Münchner Haushalte?

Für einen typischen Zweipersonenhaushalt in München ergibt sich eine konkrete Mehrbelastung. Dieser Haushalt zahlt künftig 86 Cent mehr pro Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das rund zehn Euro zusätzlich. Die Belastung bleibt damit überschaubar, trifft aber alle Münchner Haushalte gleichermaßen.

Die Stadtwerke München betonen, dass die gestiegenen Kosten durch den Wassercent verursacht werden. Eine Kompensation durch Kostensenkungen sei nicht möglich gewesen. Die Preiserhöhung sei daher unvermeidbar.

Ziel: Ressourcen schonen, Bewusstsein schärfen

Der Wassercent verfolgt ein politisches Ziel. Der Freistaat will mit der Abgabe einen schonenderen Umgang mit der Ressource Grundwasser fördern. Wer mehr Wasser verbraucht, zahlt entsprechend mehr. Das Prinzip soll Anreize zum Sparen setzen.

Bayern gehört zu den wasserreichen Bundesländern Deutschlands. Dennoch gilt Grundwasser als schützenswertes Gut. Klimatische Veränderungen und steigende Entnahmemengen haben das Thema auf die politische Agenda gebracht.

Andere Bundesländer beobachten die Entwicklung

Bayern ist nicht das erste Bundesland mit einer solchen Abgabe. Andere Bundesländer haben ähnliche Modelle bereits eingeführt oder prüfen sie. Die bayerische Regelung wird bundesweit aufmerksam verfolgt. Millionen Haushalte in anderen Regionen könnten ähnliche Abgaben künftig ebenfalls zahlen.

Stadtwerke München geben Kosten weiter

Die Stadtwerke München sind der größte kommunale Energieversorger Deutschlands. Sie versorgen rund 1,6 Millionen Menschen in München und Umland mit Trinkwasser. Das Wasser stammt zu einem großen Teil aus dem Grundwasser der Region.

Die Preiserhöhung zum 1. Juli ist die direkte Folge der neuen staatlichen Abgabe. Die Stadtwerke handeln dabei im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten. Eine Quersubventionierung aus anderen Bereichen ist rechtlich nicht vorgesehen.

Fazit

Der Wassercent ist beschlossen, die Preiserhöhung kommt. Für Münchner Haushalte bleibt die finanzielle Mehrbelastung vorerst gering. Politisch setzt Bayern mit der Abgabe ein klares Signal: Grundwasser hat seinen Preis. Wie andere Bundesländer auf das bayerische Modell reagieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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