Windkraft in Bayern: Grüne fordern mehr Druck auf den Bund
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Bayerns Windkraftausbau verfehlt sein Ziel deutlich. Bis Ende Juni 2026 gingen im Freistaat lediglich elf neue Windräder ans Netz. Das 1.000-Anlagen-Ziel bis 2030 rückt damit in weite Ferne. Die Grünen sehen dafür zwei Schuldige: den Bund und die bayerische Staatsregierung selbst.
Wenig Bewegung auf den bayerischen Windenergieflächen
Elf neue Anlagen in einem halben Jahr: Die Zahlen der Bundesnetzagentur sprechen eine klare Sprache. Der Freistaat braucht einen massiven Schub, um sein eigenes Ausbauziel zu erreichen. Doch der bleibt aus. Das Wind-an-Land-Gesetz verpflichtet Bayern, 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergie auszuweisen. Die Planungsverbände wurden bislang jedoch nur angewiesen, das Zwischenziel von 1,1 Prozent zu erfüllen. Das gesetzliche Endziel bleibt damit vorerst unerreicht.
Der Rückstand wächst. Wer 1.000 neue Windräder bis 2030 aufstellen will, muss pro Jahr deutlich mehr als elf Anlagen genehmigen und bauen. Der aktuelle Rhythmus reicht bei weitem nicht aus.
Grüne: Staatsregierung muss in Berlin aktiver werden
Die bayerischen Grünen richten ihren Vorwurf in zwei Richtungen. Zum einen kritisieren sie die schwarz-rote Bundesregierung in Berlin. Deren Koalitionsvertrag enthält nach Einschätzung der Grünen Punkte, die den Windkraftausbau bremsen könnten. Konkrete Regelungen daraus könnten gerade für Bayern nachteilig wirken.
Zum anderen fordern die Grünen von der bayerischen Staatsregierung mehr Engagement auf Bundesebene. München müsse in Berlin klarer Position beziehen. Wer Windkraft wolle, müsse auch dafür kämpfen. Bislang vermissen die Grünen diesen Einsatz.
Koalitionsvertrag des Bundes als möglicher Stolperstein
Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene steht im Fokus der Kritik. Einzelne Regelungen könnten den Bau neuer Windräder erschweren. Welche Paragraphen genau gemeint sind, bleibt Gegenstand der politischen Debatte. Die Grünen warnen davor, mühsam erarbeitete Fortschritte beim Ausbau wieder zu gefährden.
Staatsregierung unter Druck: Ziele und Realität klaffen auseinander
Die CSU-geführte Staatsregierung hat sich das Ziel von 1.000 neuen Windkraftanlagen bis 2030 selbst gesetzt. Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist jedoch offensichtlich. Genehmigungsverfahren dauern lang. Flächen werden nur zögerlich ausgewiesen. Die Planungsverbände arbeiten unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Flächenquote.
Die gesetzliche Vorgabe lautet 1,8 Prozent der bayerischen Gesamtfläche. Ausgewiesen werden sollen bisher nur 1,1 Prozent. Diese Lücke ist kein Zufall, sondern politische Entscheidung. Die Grünen sehen darin ein strukturelles Problem, das München selbst zu verantworten hat.
Genehmigungen und Flächen bleiben die Engpässe
Selbst wenn der Bund günstigere Rahmenbedingungen schafft, braucht Bayern ausreichend ausgewiesene Flächen. Ohne diese können keine neuen Anlagen entstehen. Die Planungsverbände sind dabei auf Anweisungen der Staatsregierung angewiesen. Hier liegt ein zentraler Hebel, den München direkt bedienen könnte.
Verantwortung liegt auf zwei Ebenen
Der Windkraftausbau in Bayern hängt an zwei Stellschrauben. Die Bundesregierung trägt Verantwortung für die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Staatsregierung in München für die Umsetzung vor Ort. Beides greift derzeit nicht ausreichend ineinander. Ob das 1.000-Anlagen-Ziel bis 2030 noch erreichbar ist, wird von der politischen Dynamik der nächsten Monate abhängen.



