Wohnungsbau-Flaute trifft Bayerns Staatskasse hart
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Bayern baut zu wenig Wohnungen, obwohl der Bedarf enorm ist. Eine neue Studie des Pestel-Instituts belegt: Der Rückgang im Wohnungsbau schadet nicht nur Mietern und Bauherren, er trifft auch den Staatshaushalt. Bundesweit sind zuletzt rund 84.600 Wohnungen weniger gebaut worden als ursprünglich geplant.
Einbruch mit messbaren Folgen
Der Wohnungsmangel in Bayern ist kein neues Phänomen, doch der Rückgang beim Neubau hat eine neue Qualität erreicht. Weniger Bauprojekte bedeuten weniger Gewerbesteuer, weniger Grunderwerbsteuer und weniger Einkommensteuer aus der Baubranche. Diese Ausfälle summieren sich für den Freistaat auf Milliardenbeträge.
Das Pestel-Institut hat diese fiskalischen Verluste konkret berechnet. Der Stillstand im Wohnungsbau bremst das Wirtschaftswachstum in Deutschland spürbar. Bayern ist davon besonders stark betroffen: Der Freistaat hat einen der angespanntesten Wohnungsmärkte in Deutschland.
Mehr als ein Genehmigungsproblem
Auf den ersten Blick scheinen fehlende Baugenehmigungen die Hauptursache zu sein, das stimmt aber nur zum Teil. Die Studie zeigt: Selbst dort, wo Genehmigungen vorliegen, wird nicht gebaut. Viele Projekte liegen auf Eis.
Hohe Kosten lähmen die Branche
Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Material, Energie und Löhne verteuerten sich gleichzeitig. Für viele Bauträger rechnen sich Projekte schlicht nicht mehr. Sie warten ab oder stornieren geplante Vorhaben.
Dazu kommen gestiegene Zinsen. Bauzinsen haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt, was Finanzierungen für private Bauherren und Investoren deutlich schwerer macht.
Bundespolitik unter Beschuss
Die Baubranche macht auch die Bundespolitik mitverantwortlich. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, zu spät und zu zögerlich reagiert zu haben. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe zur Umwidmung von 60 Milliarden Euro im Klima- und Transformationsfonds hat die Lage verschärft. Geplante Förderprogramme für den Wohnungsbau wurden dadurch infrage gestellt.
Die Pestel-Studie spricht von verlorenen Wachstumschancen. Wohnungsbau ist ein wichtiger Konjunkturmotor. Wenn dieser Motor stottert, spüren das Handwerk, Baustoffhandel sowie Architektur- und Planungsbüros.
Mieter zahlen den Preis
Wer in Bayern eine bezahlbare Mietwohnung sucht, hat es schwer. Besonders in München, Nürnberg und Augsburg sind die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Weniger Neubau verschärft diesen Druck weiter.
Angebot und Nachfrage klaffen weit auseinander. Bayern wächst als Wirtschaftsstandort, Menschen ziehen zu, Wohnraum entsteht aber nicht im gleichen Tempo.
Handlungsdruck steigt
Die Zahlen des Pestel-Instituts zeigen, dass der Wohnungsbau-Einbruch kein rein soziales Problem ist. Er ist ein wirtschaftliches Problem mit direkten Folgen für den Staatshaushalt. Bayern verliert Steuereinnahmen, die Wirtschaft verliert Wachstum, und Bürger verlieren bezahlbaren Wohnraum. Ohne Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene dürfte sich dieser Trend nicht umkehren.



