Agrar

Wolf und Trockenwuchs belasten Bayerns Alphirten

Der Bergsommer 2026 beginnt für Bayerns Alphirten unter schwierigen Vorzeichen. In Immenstadt im Allgäu und rund um Holzkirchen in Oberbayern treiben die Hirten ihre Herden auf die Bergweiden. Doch die Stimmung ist gedrückt. Zwei Probleme beherrschen den Start in die Saison: schwacher Graswuchs und die Angst vor dem Wolf.

Mehr als 30.000 Tiere auf den Alpen

Allein im Allgäu verbringen über 30.000 Jungrinder und Milchkühe den Sommer auf den Bergweiden. Das ist ein zentraler Bestandteil der landwirtschaftlichen Tradition in der Region. Ohne Alphirten wäre diese Bewirtschaftung nicht möglich. Die Hirten sorgen täglich für Aufsicht, Pflege und Sicherheit der Tiere.

Die Alpsaison beginnt in der Regel im Juni und endet im Herbst. In dieser Zeit sind die Tiere auf sich gestellt in teils schwerem Gelände. Die Verantwortung der Hirten ist groß.

Schwacher Graswuchs bereitet Probleme

Ein erster Belastungsfaktor ist der Wuchs auf den Weiden. Das Gras ist in diesem Jahr schwächer als gewünscht. Die Tiere finden weniger Futter auf den Bergweiden. Das kann den Aufzuchterfolg und die Milchleistung der Kühe beeinträchtigen.

Gründe für den schwachen Wuchs werden in den Witterungsverhältnissen des Frühjahrs gesehen. Genaue regionale Daten liegen noch nicht flächendeckend vor. Die Hirten berichten jedoch übereinstimmend von einem schlechteren Ausgangszustand als in früheren Jahren.

Der Wolf als wachsende Bedrohung

Angst vor Rissen auf den Alpen

Das zweite und drängendere Problem ist der Wolf. Bayerische Alphirten fürchten Wolfsrisse auf den Alpen und Almen. Der Wolf breitet sich in Bayern aus. Sein Schutzstatus nach europäischem Recht schränkt direkte Gegenmaßnahmen stark ein.

Für die Hirten bedeutet ein Wolfsriss mehr als wirtschaftlichen Schaden. Die Tiere geraten in Panik. Herden können auseinanderbrechen und abstürzen. Die psychische Belastung für die Hirten ist erheblich.

Schutzmaßnahmen stoßen an Grenzen

Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde gelten als Gegenmittel. Doch beide Lösungen stoßen im Gebirge an praktische Grenzen. Steiles Gelände, Felsen und Weidewechsel machen eine lückenlose Einzäunung schwierig. Herdenschutzhunde können Wanderer gefährden.

Die Debatte um den Abschuss von Problemwölfen ist in Bayern nicht neu. Auf politischer Ebene wird seit Jahren über eine Anpassung des Schutzstatus diskutiert. Konkrete Erleichterungen für die Alpbauern blieben bislang begrenzt.

Tradition unter Druck

Die Almwirtschaft in Bayern hat eine jahrhundertelange Geschichte. Sie prägt das Landschaftsbild der Alpen. Ohne sie würden die Bergweiden verbuschen. Tourismus und Ökologie hängen an dieser Bewirtschaftungsform.

Doch die Rahmenbedingungen für die Hirten werden schwieriger. Nachwuchsprobleme, wirtschaftlicher Druck und nun verstärkt die Wolfsgefahr belasten den Berufsstand. Viele Alpbauern fragen sich, wie lange sich die Bewirtschaftung noch lohnt.

Die Regionen Allgäu und Oberbayern sind besonders betroffen. Hier konzentriert sich ein Großteil der bayerischen Almbewirtschaftung. Was dort passiert, hat Signalwirkung für ganz Bayern.

Fazit

Die Alpsaison 2026 startet mit realen wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Belastungen. Schwacher Graswuchs mindert den Ertrag. Die Wolfsgefahr belastet die Hirten psychisch und finanziell. Die Politik ist gefordert, praktikable Lösungen zu liefern. Die Alphirten brauchen mehr als Lippenbekenntnisse.

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